Vertreterversammlung 2015

Volksbank im Ostmünsterland eG setzt auf maßgeschneiderte Lösungen

Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats bei der Volksbank im Ostmünsterland: Auf Heinz Kampherm folgt Dietmar Gerbaulet. Die beiden Vorstandsmitglieder Meinhard Deppe und Norbert Eickholt freuen sich auf eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit.

 

Herzebrock-Clarholz/Harsewinkel (eph). Der Begriff „Drückende Hitze“ beschreibt vielleicht am besten die klimatischen Bedingungen auf der diesjährigen Vertreterversammlung der Volksbank im Ostmünsterland bei Schlüter´s in Clarholz. Als nahezu erdrückend empfindet der Bankvorstand augenblicklich hingegen die politischen Rahmenbedingungen der EU. „Das Problem ist, dass es nur in Deutschland und Österreich dezentrale Genossenschaftsbanken gibt. Deswegen ist das Verständnis der EU für uns gering“, beklagte Vorstandsmitglied Norbert Eickholt vor den Vertretern die gegenwärtige Situation. „Ohne Staatshilfe ausgekommen, die volkswirtschaftlichen Aufgaben erfüllt, keine Strafverfahren geführt, dafür ordentlich Steuern gezahlt, doch im Wettbewerb benachteiligt und von der Regulatorik erdrückt“, brachte der Bankleiter die Lage der Kreditgenossenschaften auf den Punkt.

Und doch hat die Volksbank im Ostmünsterland die gewaltigen Herausforderungen im Jahr 2014 insgesamt erfolgreich gemeistert. „Unser genossenschaftliches Geschäftsmodell hat sich in einem intensiven Wettbewerb bewährt. Wir sind zufrieden“, lautete das Fazit von Norbert Eickholt. Die wichtigsten Kennziffern der Bank im Überblick: Bilanzsumme plus 2,1 Prozent auf 455 Millionen Euro, Kundenkredite plus 10,0 Prozent auf 303,5 Millionen Euro und Kundeneinlagen plus 2,8 Prozent auf 327,8 Millionen Euro.

Als „stabil“ bezeichnete Norbert Eickholt auf der Vertreterversammlung (Leitung: Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Kampherm) die Ertragslage der heimischen Kreditgenossenschaft. Sichtbarer Ausdruck für den Unternehmenserfolg sind Steuerzahlungen im Umfang von 810.000 Euro. Der ausgewiesene Jahresüberschuss liegt mit 946.650 Euro leicht unter dem Niveau von 2013. Nach einstimmigem Beschluss der Versammlung erhalten die 11.583 Mitglieder (unter ihnen 501 neue Teilhaber) als Gewinnbeteiligung eine Dividende von 4,0 Prozent auf ihre gezeichneten Geschäftsguthaben. Die absolute Zahl für das Ausschüttungsvolumen: 137.000 Euro. Der Rest vom Gewinn fließt zur Stärkung des Eigenkapitals in die Rücklagen.

Weitere Abstimmungen zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat trafen die Vertreter/innen ebenfalls einstimmig. Eine personelle Veränderung gibt es an der Spitze des Kontrollgremiums: Wie seinerzeit innerhalb des Aufsichtsrates, übernimmt Dietmar Gerbaulet zur Mitte der Wahlperiode (01.07.) den Aufsichtsrats-Vorsitz von Heinz Kampherm.

Breiten Raum in den Ausführungen von Norbert Eickholt nahmen die aktuellen Niedrigzinsen ein. „Tappen Sie nicht in diese Falle“ warnte der Vorstand Mitglieder und Kunden der Bank. Empfehlung und Rat des Finanzexperten lauteten: Keine Anlagestrategie von der Stange. Stattdessen lieber eine maßgeschneiderte Lösung wählen, sich persönlich beraten lassen und danach den richtigen Mix aus Geldanlagen finden. Eickholt: „Nur damit kann man der Niedrigzinsfalle entkommen.“